Cloud-Zugang mieten

Ratgeber

Quantencomputer-Zugang mieten statt kaufen

Einen eigenen Quantencomputer kannst du als Privatperson vergessen. Was stattdessen wirklich funktioniert: echte Quantenprozessoren aus der Cloud mieten, oft mit kostenlosem Einstieg.

AnbieterPasst fürEinstiegAbrechnung
IBM QuantumSelbststudium und erste eigene SchaltkreiseOpen Plan, kostenlosZehn Minuten Rechenzeit je 28 Tage frei, darüber Pay-As-You-Go ab 1,60 US-Dollar je Runtime-Sekunde, alternativ Flex- oder Premium-Abo
Amazon BraketWer Hardware verschiedener Hersteller vergleichen willAllgemeine Freikontingente für neue AWS-KundschaftPro Aufgabe plus ein kleiner Betrag je Ausführung
Azure QuantumUnternehmen mit konkretem AnwendungsfallKein vergleichbarer freier EinstiegAbomodelle, im Premiumbereich fünfstellig im Monat
D-Wave LeapOptimierungsprobleme, nicht für allgemeines RechnenEine Minute QPU-Zeit kostenlos zum TestenKein öffentlicher Preis, alles darüber läuft über den Vertrieb
Stand August 2026. Konditionen der Cloud-Anbieter ändern sich häufig.

IBM Quantum

IBM stellt mit dem kostenlosen Open Plan Zugang zu echten Quantensystemen mit 5 bis 127 Qubits bereit. Das ist auf zehn Minuten Rechenzeit pro 28-Tage-Fenster begrenzt, dafür ohne Kosten. Wer mehr braucht, zahlt im Pay-As-You-Go-Modell 1,60 US-Dollar je Runtime-Sekunde, umgerechnet rund 96 US-Dollar pro Minute. Das wird für Einzelpersonen schnell teuer. Wer öfter rechnet, kann stattdessen den Flex Plan buchen (Zeit im Voraus kaufen, rund 72 US-Dollar/Minute). Für Vielnutzer gibt es den Premium Plan als Jahresabo (rund 48 US-Dollar/Minute). Für ernsthaftes Ausprobieren reicht der kostenlose Rahmen aber meist völlig aus.

Amazon Braket

Amazons Quantendienst rechnet nutzungsbasiert ab: pro Aufgabe plus einem kleinen Betrag je Ausführung auf dem jeweiligen Quantenprozessor. AWS bietet zudem allgemeine Freikontingente für neue Kundschaft, mit denen sich Braket zum Einstieg testen lässt, bevor echte Kosten entstehen. Der Vorteil gegenüber IBM: Du sprichst Hardware mehrerer Hersteller über dieselbe Oberfläche an, statt dich für einen festzulegen.

Azure Quantum

Microsofts Angebot richtet sich stärker an Unternehmen: Zugang unter anderem zu Quantinuum-Systemen. Die Abomodelle gehen im Premiumbereich schnell in den fünfstelligen Monatsbereich. Für den privaten Einstieg sind IBM Quantum oder Amazon Braket die bessere Wahl.

D-Wave Leap

D-Wave spielt in einer eigenen Liga: kein Universalrechner, sondern spezialisiert auf Optimierungsprobleme über Quantum Annealing. Zugang gibt es über den Cloud-Service Leap, neue Nutzer bekommen eine Minute QPU-Rechenzeit kostenlos zum Testen. Was danach kommt, verrät D-Wave nicht öffentlich, weder als Preis pro Sekunde noch als Abo-Staffel. Wer mehr will, landet direkt beim Vertrieb, nicht bei einer Preistabelle.

Kurz gesagt

Zum Ausprobieren reicht der kostenlose Rahmen von IBM Quantum oder ein kleines Startguthaben bei Amazon Braket. Wer produktiv rechnen will, zahlt nach Nutzung. Das läuft teils pro Sekunde wie bei IBM, teils pro Ausführung wie bei Amazon, teils gar nicht öffentlich wie bei D-Wave. Gekauft wird in keinem dieser Modelle irgendetwas, gemietet wird immer nur Rechenzeit.

Alle Preise und die angebundenen Hersteller im Detail stehen im Beitrag AWS Braket: wie Amazon dir Zugang zu echten Quantencomputern verkauft.

Quellen und weiterführende Links: QuantumZeitgeist, Cloud-Anbieter im Vergleich · Quantum Computing Cost, Preisübersicht 2026 · IBM Quantum, Tarifübersicht · AWS Braket Pricing · AWS Quantum Technologies Blog · D-Wave Produktübersicht. Stand der Recherche: August 2026, Preise vor Veröffentlichung erneut prüfen.