Ratgeber
Quantencomputer-Zugang mieten statt kaufen
Einen eigenen Quantencomputer kannst du als Privatperson vergessen. Was stattdessen wirklich funktioniert: echte Quantenprozessoren aus der Cloud mieten, oft mit kostenlosem Einstieg.
Tabelle lässt sich seitlich scrollen.
| Anbieter | Passt für | Einstieg | Abrechnung |
|---|---|---|---|
| IBM Quantum | Selbststudium und erste eigene Schaltkreise | Open Plan, kostenlos | Zehn Minuten Rechenzeit je 28 Tage frei, darüber Pay-As-You-Go ab 1,60 US-Dollar je Runtime-Sekunde, alternativ Flex- oder Premium-Abo |
| Amazon Braket | Wer Hardware verschiedener Hersteller vergleichen will | Eine Stunde Simulator-Zeit kostenlos je Monat, für die ersten zwölf Monate | Pro Aufgabe plus ein kleiner Betrag je Ausführung |
| Azure Quantum | Unternehmen mit konkretem Anwendungsfall | Kein vergleichbarer freier Einstieg | Abomodelle, im Premiumbereich sechsstellig im Monat |
| D-Wave Leap | Optimierungsprobleme, nicht für allgemeines Rechnen | Eine Minute QPU-Zeit kostenlos zum Testen | Kein öffentlicher Preis, alles darüber läuft über den Vertrieb |
IBM Quantum
IBM stellt mit dem kostenlosen Open Plan Zugang zu echten Quantensystemen mit 127 bis 156 Qubits bereit, begrenzt auf zehn Minuten Rechenzeit pro 28-Tage-Fenster, dafür ohne Kosten. Wer mehr braucht, zahlt im Pay-As-You-Go-Modell 1,60 US-Dollar je Runtime-Sekunde, umgerechnet rund 96 US-Dollar pro Minute. Das wird für Einzelpersonen schnell teuer. Wer öfter rechnet, kann stattdessen den Flex Plan buchen (Zeit im Voraus kaufen, rund 72 US-Dollar/Minute). Für Vielnutzer gibt es den Premium Plan als Jahresabo (rund 48 US-Dollar/Minute). Für ernsthaftes Ausprobieren reicht der kostenlose Rahmen aber meist völlig aus.
Amazon Braket
Amazons Quantendienst rechnet nutzungsbasiert ab: pro Aufgabe plus einem kleinen Betrag je Ausführung auf dem jeweiligen Quantenprozessor. Über den AWS Free Tier bekommt neue Kundschaft eine Stunde kostenlose Simulator-Zeit im Monat, für die ersten zwölf Monate. Das gilt für den Simulator, nicht für echte Quantenhardware, dort entstehen Kosten von Anfang an. Akkreditierte Forschungseinrichtungen können zusätzlich eigene Cloud Credits beantragen. Der Vorteil gegenüber IBM: Du sprichst Hardware mehrerer Hersteller über dieselbe Oberfläche an, statt dich für einen festzulegen.
Azure Quantum
Microsofts Angebot richtet sich stärker an Unternehmen: Zugang unter anderem zu Quantinuum-Systemen. Die Abomodelle gehen im Premiumbereich schnell in den sechsstelligen Monatsbereich. Für den privaten Einstieg sind IBM Quantum oder Amazon Braket die bessere Wahl.
D-Wave Leap
D-Wave spielt in einer eigenen Liga: kein Universalrechner, sondern spezialisiert auf Optimierungsprobleme über Quantum Annealing. Zugang gibt es über den Cloud-Service Leap, neue Nutzer bekommen eine Minute QPU-Rechenzeit kostenlos zum Testen. Was danach kommt, verrät D-Wave nicht öffentlich, weder als Preis pro Sekunde noch als Abo-Staffel. Wer mehr will, landet direkt beim Vertrieb, nicht bei einer Preistabelle.
Kurz gesagt
Zum Ausprobieren reicht der kostenlose Rahmen von IBM Quantum oder ein kleines Startguthaben bei Amazon Braket. Wer produktiv rechnen will, zahlt nach Nutzung, teils pro Sekunde wie bei IBM, teils pro Ausführung wie bei Amazon, teils gar nicht öffentlich wie bei D-Wave. Gekauft wird in keinem dieser Modelle irgendetwas, gemietet wird immer nur Rechenzeit.
Alle Preise und die angebundenen Hersteller im Detail stehen im Beitrag AWS Braket: wie Amazon dir Zugang zu echten Quantencomputern verkauft. Was sich bei IBM, AWS Braket, Azure Quantum und Quantinuum 2026 konkret geändert hat, fassen wir im Beitrag Cloud-Zugang: was sich 2026 geändert hat zusammen.
Quellen und weiterführende Links: QuantumZeitgeist, Cloud-Anbieter im Vergleich · Quantum Computing Cost, Preisübersicht 2026 · IBM Quantum, Tarifübersicht · AWS Braket Pricing · AWS Quantum Technologies Blog · D-Wave Produktübersicht. Stand der Recherche: September 2026, Preise vor Veröffentlichung erneut prüfen.